Kurzbeschreibung
Die Archäologisch-Zoologische Sammlung (AZS) ist eine fächerübergreifende Einrichtung zwischen Zoologie, Haustierkunde und den Archäologien. Die AZS gehört zu den größten archäozoologischen Forschungssammlungen Europas. Die Sammlung besteht aus Skeletten, Teilskeletten, einzelnen Knochen und Zähnen, hauptsächlich Säugetiere, sowohl von Haustieren und Wildtieren. Der räumliche Schwerpunkt liegt auf Europa, der zeitliche Schwerpunkt reicht vom Neolithikum bis in die Neuzeit.
Die Archäozoologische Sammlung besteht aus drei Teilsammlungen:
die Osteologische Vergleichssammlung aus dem 18. bis 21. Jahrhundert, die "Adametz Sammlung" mit rund 1.300 Schädeln von Säugetieren (Ende 19. bis erstes Drittel 20. Jahrhundert) und die Osteologische Sammlung mit mehr als 800.000 Tierresten aus archäologischen Ausgrabungen vom Neolithikum bis zur frühen Neuzeit. Die kleinere Jeitteles Sammlung enthält hauptsächlich Schädeln von Caniden (vor allem Hunde) aus unterschiedlichen Regionen der Welt aus dem 19. Jahrhundert.
In der wissenschaftlichen Literatur werden Sammlungsbestände mit dem Akronym "NMW" (für Naturhistorisches Museum Wien) oder seit dem Jahr 2025 mit "NHMW-ZOO-AZS-" gekennzeichnet.
Ansprechperson
Dr. Konstantina Saliari, MA
Research Services
Untersuchung, Bestimmung, Auswertung und Interpretation von Tierknochen und Tierzähnen aus archäologischen Ausgrabungen.
Methoden & Expertise zur Forschungsinfrastruktur
Die Expertise der Archäologisch-Zoologischen Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien betreffen die Osteologie und historische Entwicklung von Haus- und Wildtieren, vor allem von Säugetieren und Vögeln. Der zeitliche Schwerpunkt liegt vom Neolithikum bis zur frühen Neuzeit. Das archäozoologische Material stammt hauptsächlich aus Mitteleuropa; zusätzlich wurden auch Forschungen in Afrika (Ägypten) und Asien (Thailand) durchgeführt. Analysemethoden umfassen die wichtigen archäozoologischen Schritte für eine vollständige Auswertung und Interpretation des Materials: Bestimmung von Arten, Rekonstruktion von Alter und Geschlecht, Morphometrie, Paläopathologie, Taphonomie. Ein theoretischer Forschungsschwerpunkt liegt auf Sozial-Archäozoologie und vor allem auf Wirtschafts-Archäozoologie.
Zuordnung zur Forschungsinfrastruktur
Department of Animal Science, Universität Zagreb
Institut für Archäologien, Universität Innsbruck
Saliari, K., Pucher, E., & Mosser, M. (2023). Evolution and Utilisation of Dogs in Austria: The Archaeozoological Record from the Neolithic to the Roman Period. In I. Fiore & F. Lugli (Eds.), Dogs, Past and Present: An Interdisciplinary Perspective (pp. 209–225). Archaeopress Publishing Ltd. https://www.archaeopress.com/Archaeopress/Products/9781803273549
Saliari, K., & Trebsche, P. (2023). Cattle Make the Difference: Variations and Developments of Animal Husbandry in the Central European La Tène Culture. Animals, 13(11), 1847. https://doi.org/10.3390/ani13111847
Saliari, K., Tobias, B., & Draganits, E. (2022). Animal husbandry during late antiquity: archaeozoological analysis and regional comparison of the 4th to 6th century AD small rural settlement in Podersdorf am See (Burgenland, Austria). Environmental Archaeology, 1–22. https://doi.org/10.1080/14614103.2022.2053827
Tecchiati, U., Saliari, K., & Pucher, E. (2026). Die Tierknochenfunde aus dem ersten Begehungshorizont des latènezeitlichen Opferplatzes von Pfaffenhofen-Trappeleacker (Oberinntal, Tirol). Annals of the Natural History Museum Vienna, 127, 69–83. https://doi.org/10.3897/anhmw.178040
