Kurzbeschreibung
Am Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft (AVAW) der Montanuniversität Leoben (MUL) wurde die Forschungsanlage „Digital Waste Research Lab“ (DWRL) zur Sortierung und Online- sowie On-Time-Charakterisierung von Abfallschüttgütern durch innovative Sensorik und Objekterkennung errichtet. Der erweiterte Betrieb ermöglicht eine gleichmäßige Zufuhr und Abfuhr von Versuchsmaterial.
Durch einen Dosierbunker mit einem Fassungsvolumen von 8 m³ und einer stufenlos regulierbaren Durchsatzleistung von 60 bis 300 m³/h kann die Anlage kontinuierlich und mit einem gleichmäßigen Volumenstrom beschickt werden. Die Befüllung des Bunkers erfolgt maschinell (z. B. Radlader, Greiferkran etc.). Die Maschine ist einseitig mit Containerrollen ausgestattet und kann daher flexibel auf dem Asphaltplatz positioniert werden.
Zwei mobile Förderstrecken mit jeweils einem Flachförderband schließen direkt an die Austragsbänder des DWRLs an, um den analysierten bzw. sortierten Materialstrom aus der Halle zu transportieren. Zwei nachgeschaltete Steigförderbänder ermöglichen eine Förderung in Abrollcontainer oder ähnliche Behältnisse.
Diese erweiterte Infrastruktur ermöglicht somit die Sortierung bzw. Charakterisierung von Einzelproben von wenigen Kubikmetern bis hin zu kontinuierlichen Abfallströmen. Außerdem können dieser Linie weitere Aggregate vor- und nachgeschaltet werden, um unterschiedlichste Fragestellungen im großtechnischen Maßstab zu testen und zu erforschen.
Ansprechperson
Renato Sarc
Research Services
Der erweiterte Betrieb erlaubt eine großvolumige Beschickung und Abführung von Untersuchungsmaterial für die Forschungsanlage "Technikum-DWRL" (siehe "Zuordnung zur Forschungsinfrastruktur"). Ein Dosierbunker mit einem Fassungsvolumen von 8 m³ und einer Durchsatzleistung 60 - 300 m³/h (je nach Materialdichte) ermöglicht eine gleichmäßige und kontinuierliche Materialzufuhr zur Anlage. Im Anschluss an die Analyse bzw. Sortierung dienen zwei Förderstrecken mit jeweils zwei langen Förderbändern zum Austrag des Materials bzw. zur Beschickung von Containern oder ähnlichen Behältern. Damit ist im technischen Sinne ein kontinuierlicher Betrieb der Anlage sichergestellt.
Methoden & Expertise zur Forschungsinfrastruktur
Der erweiterte Betrieb des DWRLs erlaubt großtechnische experimentelle Untersuchungen sowie Methodenentwicklung im industrienahen Maßstab, die sich wie folgt zusammenfassen lassen:
- Grundlagenforschung und experimentelle Forschung,
- Digitale Abfall- und Produktanalytik, d.h. Charakterisierung,
- Probencharakterisierung und digitale Beschreibung,
- Bestimmung der materialspezifischen Zusammensetzung,
- Bestimmung des Volumenstroms (Volumen pro Zeiteinheit),
- Erstellung einer digitalen Korngrößenverteilung,
- Monitoring und Sortierung von Störstoffen und/oder Wertstoffen aus nicht gefährlichen (gemischten) Abfällen wie Kunststoffe, Papier, Glas, Metalle, Textilien etc.,
- Validierung von Sortier- / Trennergebnissen,
- Simulieren von Sortierprozessen,
- Datenanalyse und Visualisierung von Ergebnissen,
- Anwendung von mathematischen und statistischen Methoden zur Datenverarbeitung,
- Entwicklung und Einsatz von KI-Ansätzen in der Abfallwirtschaft und -technik.
